Der Gläserne Zug

17.05.2012    Farbgebung

Farben des Gläsernen Zuges

Das äußere Erscheinungsbild des Triebwagens hat sich außer in einigen technischen Einzelheiten (elektrische Dachausrüstung, Lüftungsaufsätze, Lampen, Schürzen) im Laufe der Jahre vor allem im Anstrich geändert. Über den ursprünglichen, im Juni bzw. Juli 1935 aufgebrachten Anstrich heißt es in einer Veröffentlichung: „Um dem Aussichtswagen eine möglichst verkehrswerbende Wirkung zu verleihen, wurde der Wagenkasten in blauer Farbe gestrichen. In der Breite der Brüstungsleiste wurde ein aluminiumfarbiges Band gezogen und die Schürze in dunkelgrauer Farbe gehalten."

Der genaue Farbton ist nicht bekannt, denkbar ist, dass die Triebwagen wie die Karwendelbahnwagen lackiert wurden (schwarzblau RAL 5004). Die Zierstreifen an der Brüstungsleiste wurden bei den beiden Triebwagen unterschiedlich ausgeführt. Wie schon damals allgemein üblich, dürfte die elektrische Dachausrüstung rot gestrichen gewesen sein. Später (wahrscheinlich 1950) erhielt der Wagen einen Anstrich in dunkelblau (RAL 5008) mit Absetzstreifen hellgrau (RAL 7030). Die Schürze war ebenfalls in einem hellen Grau gestrichen.

Im Dezember 1953 bekam der ET 91 01 einen neuen Anstrich: Fahrzeug rot mit beigefarbenem Fensterband, gleichfarbigen Absetzstreifen und Anschriften und mit schwarzen Schürzen. Bei der Anstricherneuerung im Dezember 1971 wählte man für den Triebwagen einen hellblauen Farbton, was die Sonderstellung dieses Fahrzeuges hervorhob:

1977 sollte der Gläserne Zug den damals üblichen DB-Anstrich (ozeanblau-beiqe) bekommen, es blieb aber doch beim olympiablauen Anstrich. Lange dauerte die Diskussion um die Farbgebung bei der Revision 1986: Die 1971 aufgebrachte Farbe Olympiablau war nicht mehr zeitgemäß. Auch der vorher vorhandene rot-beiqe Anstrich erschien nicht zweckmäßig.

Ein Vorschlag, den Triebwagen nach dem neuen in Vorbereitung befindlichen Farbkonzept der DB zu lackieren (lichtgrau mit blau), fand keine Zustimmung. Zum Tragen kam schließlich die Anregung, die Farbe Enzianblau zu verwenden; Fensterband, Dach und Zierstreifen sind creme-weiss ausgeführt, die Schürzen in eisengrau. Mit diesem Anstrich wird die bayerische Heimat des Gläsernen Zuges betont und eine Verbindung zum Lieferzustand hergestellt. Die elektrische Dachausrüstung ist wie bisher rot gestrichen. Das DB-Zeichen wurde auf dem neuen orientroten Grund angebracht.


ab 12/1953 ab 12/1971 ab 25.07.1986
Seitenwände RAL 3004 rot olympiablau RAL 5010 enzianblau
Schürzen RAL 9005 schwarz RAL 7021 schwarzgrau RAL 7011 eisengrau
Zierband RAL 3004 rot RAL 9001 cremeweiß RAL 9001 cremeweiß
Fensterbereich RAL 1001 beige RAL 9006 weiß-aluminium RAL 9001 cremeweiß
Dachbereich RAL 9006 weiß-aluminium RAL 9001 cremeweiß
Dachleitungen und Stromabnehmer RAL 3002 karminrot RAL 3002 karminrot

Rudi Winkler hat versucht die historischen Farbgebungen des Gläsernen Zuges nachzustellen. Die Farbgebungen zur Reichsbahn-Zeit sind allerdings nicht genau belegt. Nach Auswertung der ihm zur Verfügung stehenden Literatur könnten sie aber so oder so ähnlich ausgesehen haben. Sie beruhen zum Teil auf Augenzeugen-Berichte. Auf den alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen ist der elT 1998 im oberen Teil eindeutig einfarbig, während der elT 1999 eindeutig zweifarbig ausgeführt ist. Nach Augenzeugen soll der elT 1998 in etwa die Lackierung getragen haben wie der ET 11 im Eisenbahnmuseum Neustadt (Weinstraße).

Beschreibung

© Rudi Winkler


Beschreibung
Stainach-Irdning (© Horst Büttner)
Beschreibung
bei Bad Aussee (© Horst Büttner)
Beschreibung
vor der Kulisse der Zugspitze (© Horst Büttner)

.

.

Der Gläserne Zug    Farbgebung